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Didaktik des Anfängerschwimmens



Einführung
Grundfertigkeiten
Springen
Atmen
Tauchen
Gleiten
Fortbewegen
Unterricht
Beurteilung











Einführung

Viele Kinder lernen das Schwimmen problemlos, andere mühen sich ab
und ihre SchwimmlehrerInnen können ihnen kaum Hilfestellung geben.

Die Didaktik des Anfängerschwimmens soll Ihnen verständlich machen,
=>   wie die Kinder schwimmen lernen,
=>   auf welchem Leistungsstand die Kinder sind,
=>   Einstiegstests in einen Schwimmkurs zu planen,
=>   alternative Wege auszuarbeiten,
=>   ganzheitlichen Unterricht zu organisieren.

wie kleine Kinder Bewegungen lernen

Die Didaktik beschreibt eine mehrgleisig verflochtene, in den Grundfertigkeiten aber
lineare Reihenfolge im Lernprozess.

Die Kinder lernen zwar in Sprüngen, das ist auch ein Wesen des ganzheitlichen Lernens, Aufgabe der Didaktik ist aber auch, der SchwimmlehrerIn bei Lernschwierigkeiten des einzelnen Kindes Mittel der Beurteilung zu sein, damit der Unterricht individuell angepasst werden kann (innere Differenzierung).






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Didaktik des Anfängerschwimmens



Einführung
Grundfertigkeiten
Springen
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Tauchen
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Fortbewegen
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Beurteilung











Grundfertigkeiten

Es gibt verschiedene Modelle für den Aufbau "Didaktik des Schwimmen-Lernens ",
ein Modell mit "Grundfertigkeiten"    oder
ein Modell mit "Wassergewöhnung und erlernen einer Schwimmart".
Mit der Modifizierung durch die Einführung der Wasserbewältigung
wurde die Vielschichtigkeit und Bedeutung der Wassergewöhnung betont
und ein Zwischenmodell geschaffen.
Wir haben uns hier für das weitestgehende Modell der Grundfertigkeiten entschieden,
da es stringent strukturiert ist und auch noch bis zum "Freischwimmer" greift.

Bewegen im Wasser bis zur Brusttiefe ist den Kindern sensomotorisch bekannt,
bei schultertiefem und tiefem Wasser verändert es sich in schweben und gleiten.
Mit größerer Wassertiefe müssen die Grundfertigkeiten wiederholt und gefestigt werden.

Vernachlässigen Sie bei der Schwimmausbildung eine Grundfertigkeit (z.B. tauchen),
spürt das Kind seine fehlende Kompetenz, verliert Vertrauen und es entsteht Angst.

Wenn die Kinder mit dem Freischwimmer dann sichere Schwimmer sind,
verändert sich das Training in Ausdauer- und Techniktraining.

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Einführung
Grundfertigkeiten
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Tauchen
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Fortbewegen
Unterricht
Beurteilung











Springen

Sprünge im Wasser - Sprung ins brusttiefe Wasser - Springen und untertauchen
Delphinsprung im Wasser    -    Fußsprung ins tiefe Wasser    -
kopfüber ins Wasser eingleiten   -   verschiedene Sprünge ins Tiefe

Das Springen und das Wasser ergänzen sich gut. Laufen und springen im Wasser wiederholt und vertieft die sensorischen Informationen der Koordination an Land (Wasserwiderstand). Springen ins Wasser fordert ein abfangen, die Kinder müssen durch geeignete Koordination dafür sorgen, dass sie weich landen. Springen und untertauchen vertieft das erste Tauchen und bringt Sicherheit im brusttiefen Wasser.

Vor dem Springen müssen die Kinder die Sicherheitsregeln lernen.
Die Lehrkräfte sollten die Möglichkeit einer Hilfestellung stets bedenken.

Das Springen ist eine beliebte Tätigkeit der Kinder.
Durch die Geschwindigkeit der Bewegung bietet das Springen (Ganzkörperkoordination)
einen Bewegungsanreiz, Notwendigkeit der Reaktion und Erwerb von mehr Selbstsicherheit.
In Bezug auf die anderen Grundfertigkeiten Schwimmen bringt Springen eine Vertiefung
(Springen in Gymnastikreifen und untertauchen, kopfüber eingleiten aus Hockstellung)
und die Möglichkeit einer Übungsform am laufenden Band.

Geübtes Springen bringt Reaktionsfähigkeit, Gewandtheit und Selbstvertrauen.

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Atmen

erste Atemsteuerung    -    Atem länger anhalten    -
Atem abrupt anhalten    -    regelmäßig zur Bewegung atmen    -
rhythmisches atmen    -    effektiv zur Bewegung atmen

Atmen ist die natürlichste Sache auf der Welt. Niemand macht sich Gedanken über die Atemsteuerung, man wartet, wenn ein Kind mal ausruhen und verschnaufen muss.
Beim Schwimmen müssen die Kinder ausdauernd und unter Zeitdruck zur Bewegung atmen und dabei ihre Sauerstoffversorgung decken, sie müssen auch kurzfristig den Atem anhalten können.

Die Kinder sollten grundsätzlich die erste Atemsteuerung beherrschen.
Atem anhalten ist dann eine reine Willensfrage. Das Blut ist zu ca.97% mit Sauerstoff versorgt, objektiv kann jeder die Luft jederzeit problemlos für 20 Sekunden anhalten.
Kleine Kinder schaffen nach etwas Übung 8-15 Sekunden.
Im Wasser wird die Atemmuskulatur (gegen den Wasserdruck) trainiert.
Übt das Kind Luftblasen aufsprudeln lassen, lernt es an der Atemsteuerung.
Bei der Beintechnik beginnt die Koordination zur Atmung, das Pusten lässt sich recht leicht zum Beinschwung koordinieren und unterstützt das tiefe ausatmen, das für genügend Atemzugvolumen sorgt. Bei der Zusammenführung von Bein- und Armtechnik sorgt die Atmung für die Koordination, es geraten aber alle drei Teile unter Zeitdruck und werden in der Ausführung schlechter. Kinder benötigen gute Atemsteuerung und eine effektive Atmung für die Schwimmfähigkeit.

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Tauchen

'Nilpferdtauchen' - erstes Untertauchen - Gesicht in Schwebe eintauchen
Augen unter Wasser öffnen - erstes tauchendes fortbewegen
gleitendes Tauchen - Tauchen mit Kopfsteuerung

Bei keiner Schwimmfertigkeit sind die Eingangsvoraussetzungen der Kinder so deutlich unterschiedlich wie beim Tauchen. Im Tauchen zeigt sich die Fähigkeit der Atemsteuerung und auch die Einstellung, neue Herausforderungen auszuprobieren. Wie die Selbsteinschätzung des Kindes auch sein mag, die Lehrkräfte müssen es so weit im Tauchen ausbilden, dass ein sicheres Schwimmen erreicht wird.

Voraussetzung für das Tauchen ist die erste Atemsteuerung. Es folgt kurzzeitiges Untertauchen (senkrechte Lage), schweben und tauchen in Flachwasser.
Mit offenen Augen wird tauchen und orientieren im Wasser interessant.

Haben die Kinder im Flachwasser noch die Möglichkeit gehabt, sich mit den Händen hoch zu drücken, folgt jetzt das tauchen und gleiten. Die Kinder können sich nur durch einen Schwimm-Armzug über Wasser drücken oder aufrecht stellen.

Schließlich ermöglicht das Tauchen mit Orientierung (Kopfsteuerung) das freie und gezielte Bewegen unter Wasser. Mit dem Wechsel ins schwimmtiefe Wasser erfährt es auch eine neue Qualität und es ermöglicht das Tauchschwimmen.







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Tauchen
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Gleiten 

'Krokodillaufen' oder hangelnd fortbewegen, mit Brett springen und gleiten
gleiten im Tiefwasser, tauchend gleiten (Flachw.), gleitend tauchen (Flach-, Tiefwasser)

Gleiten einüben trägt während des Anfängerschwimmens kaum sichtbare Früchte. Die Kinder erringen ein Gespür, eine Strecke überwinden zu können, erfahren ein Gefühl für die Schwimmlage,
beim freien Rückenschwimmen mit Beinwechselschlag werden sie mit dem Gleiten schwimmfähig.
Tauchendes Gleiten ist Teil des Wassergespürs, aber auch die Technik nimmt einen Anteil ein.

Das Gleiten ist ein Bindeglied zwischen dem Tauchen und dem Fortbewegen.
Es übt die Schwimmlage ein und mit dem Gleiten wird erstes Fortbewegen im Tiefwasser möglich.

Das Gleiten beginnt im Flachwasser, die Kinder laufen auf den Händen (Krokodillaufen).
Das schwunghafte Abstoßen und gleiten mit Brett wird durch tauchendes Gleiten abgelöst.

Gleiten im Tiefwasser ist eine schöne Differenzierung zum Fortbewegen und bereitet auf das Schwimmen vor. Es führt zum tauchenden Gleiten und zum Tauchschwimmen.

Das gleitende Rückenschwimmen mit Beinwechselschlag (Babyschwimmen) führt häufig schon sehr früh zur Schwimmfähigkeit.

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Fortbewegen

"Gleichgewicht" mit Beintechnik - erstes Fortbewegen erproben
Beintechnik lernen, anwenden - Beintechnik erproben (Atmung, Rhythmus)
Armtechnik lernen, anwenden - rhythmische Gesamttechnik - effektvolles Fortbewegen

Fortbewegen heißt, das Kind erzeugt Vortrieb im Wasser. Es gibt zwei natürliche Schwimmtechniken,
'instinktives Reflexschwimmen' und 'natural strike'. Vorher müssen die Kleinkinder die Atemtechnik, das Tauchen, Gleiten und Springen lernen. Auch müssen die Kinder sprechen wollen und können.
Zur Technikschulung sollen sie kurzzeitig tauchen und Bauch- und Rückenlage mit Brett einnehmen können.

Unter Gleichgewicht verstehen wir einnehmen und stabilisieren der Schwimmlage.
Das Erlernen der Schwimmtechnik ist auf das Alter der Kinder gesehen der kritischste Aspekt des Anfängerschwimmens (Technik mit einer festen Zielvorgabe).
Für das Bewegungsziel können keine Bewegungsmuster abgerufen und variiert werden,
das neue Erlernen benötigt viel Übung, ist für Kinder kraftraubend und frustrierend.
Insbesondere die Beintechnik (mit Atmung) muss getrennt erlernt werden.
Ganzheitliche Lernen heißt auch stets erstes freies Schwimmen erproben.
Das Kind wird durch einen realistischen Eindruck seiner tatsächlichen Fähigkeit motiviert.
Erste Übungen im tiefen Becken sollten schon frühzeitig eingebunden werden.

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Tauchen
Gleiten
Fortbewegen
Unterricht
Beurteilung











Unterricht

Der Unterricht soll aus einer Anzahl vielseitiger Übungen zusammengesetzt sein, die Kinder sollen stets in Bewegung sein, damit sie nicht frieren.
Damit alle Kinder stets mitmachen können, ist innere Differenzierung hier stets implizit vorhanden. Neben den Pflichtteilen (fortbewegen) dominiert der Aufforderungscharakter. So können die Kinder in (2) z.B. mit dem Brett durch die beiden Gymnastikreifen gleiten oder gleitend tauchen, sie machen einen Delphinsprung durch den ersten Reifen oder tauchen durch den zweiten längs- gehaltenen um die Kurve.  

In unserem Ansatz sollen die Kinder ganzheitlich lernen, das Erlernen von Teilfertigkeiten wird stets in ein kindgerechtes Übungsspiel eingebunden, die Anforderungen reflektiert. Bei den Kindern gibt es unterschiedliche Lerntypen und Lernwege.

Unterrichtsstunde 6 ,    ca.45'

1. 4 Strecken fortbewegen    (4')
2. Gleiten von der Treppe    (3')
3. Im Gymnastikreifen sammeln    (2')
4. 4 Strecken fortbewegen Rücken-/ Bauchlage
5. Aus der Lochmatte heraustauchen    (4')
6. tauchen je nach Können    (3')
7. Übung nach Wahl / Abstimmung
8. 2 Strecken fortbewegen Rücken-/ Bauchlage
   - Spielzeit - (8')

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Springen
Atmen
Tauchen
Gleiten
Fortbewegen
Unterricht
Beurteilung











Beurteilung

'Nilpferdtauchen' - erstes Untertauchen - Gesicht in Schwebe eintauchen
Augen unter Wasser öffnen - erstes tauchendes fortbewegen
gleitendes Tauchen - Tauchen mit Kopfsteuerung